Ein 4K-Stream trägt rund viermal so viele Bilddaten wie Full HD. Damit das Bild wirklich in 4K ankommt, müssen Bandbreite, Codec, Bildschirm und Quelle zusammenpassen.
Redaktion von Euro TV Pro
Ein 4K-Stream trägt rund viermal so viele Bilddaten wie Full HD. Für 4K über IPTV genügt deshalb nicht eine schnelle Internetleitung allein: Das Gerät muss den Codec dekodieren können, der Bildschirm muss 4K darstellen und der Stream muss tatsächlich in 4K geliefert werden. Fehlt eine dieser Bedingungen, läuft das Bild in niedrigerer Auflösung oder öffnet gar nicht.
Dieser Beitrag listet die Voraussetzungen für 4K über IPTV und nennt den Punkt, der bei Problemen zuerst zu prüfen ist.
Je nach Kodierungseffizienz nutzen 4K-Streams eine Bitrate von etwa 20 bis 35 Mbit/s. Dieser Wert teilt sich mit der übrigen Internetnutzung im Haushalt. Auf einer 100-Mbit-Leitung ist 4K daher meist möglich; laufen parallel Downloads, kann die Bildqualität sinken.
Ein 4K-Bildschirm: rund 25 Mbit/s einplanen.
Anzahl der Bildschirme: für jeden weiteren 4K-Stream etwa 25 Mbit/s mehr.
Funkverbindung: für 4K ist eine Kabelverbindung deutlich stabiler.
Stoßzeiten: als Basis gilt die Geschwindigkeit, die am Abend gemessen wird.
Hintergrund: Aufbau und Beispielwerte erklärt Was ist Bitrate in IPTV.
4K-Streams werden meist mit H.265 (HEVC) kodiert. Unterstützt das Gerät diesen Codec nicht, öffnet der Stream nicht, bleibt schwarz oder es kommt nur Ton an. Wer 4K schauen will, prüft deshalb zuerst die Codec-Unterstützung des Geräts; Einzelheiten stehen im Beitrag H.265 und HEVC.
| Voraussetzung | Prüfung | Folge, wenn sie fehlt |
|---|---|---|
| Bandbreite | Feste Messung der Geschwindigkeit | Qualität sinkt, der Stream stockt |
| Codec-Unterstützung | Technische Daten des Geräts | Das Bild öffnet nicht oder bleibt schwarz |
| Bildschirmauflösung | Daten des Fernsehers | Der Stream kann nicht in 4K gezeigt werden |
| Anschlussart | HDMI-Version | Das Bild wird mit begrenzter Auflösung übertragen |
| Sendequelle | Qualitätsangaben in der Senderliste | Ist die Quelle kein 4K, gibt es kein 4K-Bild |
Damit ein 4K-Bild auf dem Schirm erscheint, müssen Bildschirm und Anschluss zusammenpassen. Auch wenn ein 4K-Stream auf einem älteren Fernseher startet, wird das Bild auf die Auflösung des Geräts reduziert. Bei einer Kabelverbindung begrenzt die HDMI-Version die übertragbare Auflösung.
Bildschirm: ohne 4K-Panel wird der Stream in niedrigerer Auflösung gezeigt.
Kabel: es muss eine passende HDMI-Version verwendet werden.
Skalierung: die Bildeinstellung des Geräts muss die 4K-Ausgabe unterstützen.
Mediaplayer: auch die Box muss die 4K-Ausgabe beherrschen.
Nicht jeder Sender bietet einen 4K-Stream; einige senden in Full HD, andere in HD. Die Senderliste zeigt die Qualität nicht immer an. Ob der Stream in 4K läuft, lässt sich dann über die verschiedenen Qualitätsstufen desselben Senders prüfen. Wie Qualitätsstufen gesteuert werden, erklärt der Beitrag Was ist adaptive Bitrate.
Der häufigste Fehler beim 4K-Schauen ist, die benötigte Geschwindigkeit mit anderen Geräten zu teilen. Zusätzlich führt der Leistungsabfall einer Funkverbindung zu Stoßzeiten bei hohen Bitraten zu Stocken. Ein paar einfache Einstellungen beseitigen die meisten Probleme.
Kabelverbindung: wo möglich ein Netzwerkkabel verwenden.
Qualitätsgrenze: die höchste Stufe einstellen, die Gerät und Leitung tragen.
Software: Fernseher und Player aktuell halten.
Parallele Downloads: während des 4K-Schauens große Downloads stoppen.
Test: eine Geschwindigkeitsmessung zu Stoßzeiten durchführen.
Vor dem Kauf zu wissen, ob Gerät und Leitung für 4K taugen, erspart späteren Ärger. Wird die Liste der Reihe nach geprüft, fällt ein fehlender Punkt schnell auf.
| Prüfpunkt | Erwarteter Zustand | Prüfung |
|---|---|---|
| Internetgeschwindigkeit | Mindestens 30 Mbit/s zu Stoßzeiten | Geschwindigkeitstest zu verschiedenen Zeiten |
| Anschlussart | Kabel, wo möglich | Test mit einem Netzwerkkabel |
| Codec des Geräts | H.265-Unterstützung | Technische Daten des Geräts |
| Bildschirm | 4K-Panel | Daten des Fernsehers |
| Kabel | Passende HDMI-Version | Eingänge an Gerät und Fernseher |
| Sendequelle | Ein 4K-Sender ist verfügbar | Qualitätsangaben in der Senderliste |
Der Unterschied wird deutlicher, je größer der Bildschirm und je kürzer der Sehabstand ist. Auf kleinen Schirmen aus der Entfernung ist der Unterschied zwischen 4K und Full HD kaum zu erkennen. Auf großen Bildern ist der 4K-Stream dagegen klar schärfer, besonders bei Sportübertragungen mit schnellen Bewegungen und bei weiten Landschaftsaufnahmen.
Bildschirmgröße: auf großen Bildern wächst der Unterschied.
Sehabstand: aus der Nähe ist der Unterschied in der Schärfe sichtbar.
Inhaltstyp: bei bewegten Szenen fällt der Unterschied stärker auf.
Quellqualität: der Stream muss tatsächlich in 4K geliefert werden.
Das hängt von der Kodierung ab; üblich sind etwa 20 bis 35 Mbit/s. Eine Leitung, die zu Stoßzeiten mindestens 30 Mbit/s liefert, gilt als sicher.
Meist wird H.265 (HEVC) verwendet. Unterstützt das Gerät diesen Codec nicht, öffnet der Stream unter Umständen nicht.
Auch bei einem 4K-Bildschirm kann die Quelle nur Full HD liefern oder die Leitungsgeschwindigkeit keine 4K-Qualität zulassen. Prüfen Sie die Qualitätsstufen des Senders und die Verbindungsgeschwindigkeit.
Meist sind es zu wenig Bandbreite oder Schwankungen der Funkverbindung. Der erste Schritt ist ein Versuch mit Kabelverbindung; weitere Prüfschritte stehen im Beitrag zu stockendem IPTV.
Für die technischen Angaben wurden offizielle Quellen herangezogen: ITU-R BT.2020 – Parameter für Ultra-High-Definition-Fernsehen, ITU-T H.265 – Standard für hocheffiziente Videokodierung. Diese Quellen erklären, wie die Übertragung im Internet grundsätzlich aufgebaut ist.